Das Hotel Stefaner in Tiers am Rosengarten, Dolomiten

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König Laurin und sein Rosengarten

Über den Waldkuppen zwischen dem Naturpark-Hotel Stefaner in Tiers und dem Eggental bei Bozen erhebt sich ein Felsgebirge, das den Namen Rosengarten trägt. Und dies ist die Geschichte seiner Entstehung.

Einst war der Fels weniger steil und ganz mit roten Rosen bedeckt. In diesem Rosenhang lebten kleine Leute und deren König, Laurin. Der Berg selbst war hohl, und in ihm befanden sich zahlreiche Gänge und Säle. Nur ein dünner Seidenfaden, der die Rosen eingrenzte, bildete die Grenze dieses geheimnisvollen Reiches. In König Laurins Reich herrschte Frieden, und es gab keine Gewalt.

Eines Tages erfuhr Laurin, dass ein benachbarter König eine wunderschöne Tochter habe, Similde. Er beschloss, um sie zu werben und schickte drei von seinen Leuten aus, die in seinem Namen um die Hand der Prinzessin anhalten sollten. Als sie zum Schloss kamen, öffnete ihnen ein bösartiger Mann namens Wittege das Tor, der es als Frechheit betrachtete, dass ein Zwergenvolk glaubte, seinem Volk ebenbürtig zu sein. Aber ein alter Recke namens Hildebrand, der gerade hinzugekommen war, sagte, er solle schweigen. Die Prinzessin lehnte den Antrag schließlich ab, woraufhin sich die Zwerge traurig auf den Heimweg machten. Vorher verspottete Wittege sie aber, und die Zwerge antworteten scharf. Wittege folgte ihnen, holte sie ein und erschlug einen von ihnen. Die anderen beiden flohen und berichteten Laurin davon. Nun war die Friedenszeit auch im Rosengarten Vergangenheit. Laurin entführte Similde und hielt sie sieben Jahre lang in seinem hohlen Berg gefangen. Als der Bruder der Prinzessin endlich ihren Aufenthaltsort erfahren hatte, warnte ihn Hildebrand vor der Stärke Laurins. Man holte deshalb Dietrich von Bern zu Hilfe. Wittege schloss sich ihnen als wegkundiger Führer an.

Als sie den Rosengarten erreichten, dessen Rosen in einzigartiger Pracht leuchteten und dufteten, da sah Dietrich keine Soldaten, sondern nur den Seidenfaden, und den wollte er nicht zerstören. Daher schlug er vor, einen Boten zu senden, um mit Laurin zu verhandeln. Diese friedlichen Worte ärgerten Wittege. Kurzerhand zerriss er den Faden und zerstampfte die Rosen. Da erschien König Laurin, ein kleiner Mann mit einer Krone auf dem Kopf. Alle Recken lachten. Doch Laurin ging mit seinem Speer auf Wittege los. Ein Kampf brach los. Wittege geriet schon bald in Bedrängnis und brauchte Dietrichs Hilfe. Da rief Hildebrand Dietrich zu: „Laurin hat einen Gürtel an, der ihm Zwölfmannkraft verleiht. Zerreiße ihn, und der Sieg wird dein sein.“ So geschah es, und Simildes Bruder fragte den besiegten Laurin nach der Prinzessin. Da trat Similde aus dem Felsen heraus. Sie dankte ihrem Bruder für die Befreiung, sagte aber auch, dass Laurin ein edler Mann sei und sie stets wie eine Königin behandelt habe. Daraufhin bot Dietrich Laurin Frieden an. Alle waren damit einverstanden, außer Wittege.

Nun zeigte Laurin den neu gewonnenen Freunden seine Schätze und bewirtete sie. Man aß und trank zusammen und als es Abend wurde, begaben sich alle zur Ruhe.

Laurin aber wurde von einem Knappen geweckt, der ihm berichtete, Wittege wolle mit einer Schar von Bewaffneten in den Berg eindringen. Laurin und seine Leute rückten aus und trieben Wittege und die Seinen den Berg hinab. Hildebrand hörte den Kampflärm und vermutete sogleich Verrat. Er weckte seine Genossen und ließ die Tore besetzen. Laurin sah dies und dachte, Wittege und Hildebrand hätten vereinbart, die Zwerge bei Nacht zu überfallen. Auf Laurins Befehl hin setzten die Zwerge deshalb Tarnkappen auf. Dadurch konnten sie die Feinde besiegen, und sie warfen sie in ein Verlies.

Dietrich spie Feuer vor Zorn. Und siehe, damit schmolz er die Ketten und befreite alle. Similde gab ihnen Zauberringe, die die Wirkung der Tarnkappen auflösten. Dadurch siegten Dietrich und seine Männer. Sie nahmen Laurin gefangen und machten Wittege zu seinem Wärter, der ihn häufig misshandelte. Nach einigen Jahren der Gefangenschaft konnte Laurin fliehen und in seine Heimat zurückkehren. Als er aber den roten Rosengarten vor sich sah, da sagte er: „Diese Rosen haben mich verraten; hätten die Recken nicht die Rosen gesehen, so wären sie nie auf meinen Berg gekommen.“

Deshalb sprach Laurin einen Zauber über die Rosen aus. Er ließ den Rosengarten zu Stein werden, und die versteinerten Rosen sollten weder bei Tag noch bei Nacht gesehen werden können. Er hatte jedoch die Dämmerung vergessen, und so kommt es, dass man in der Dämmerung die Rosen des verzauberten Gartens sehen kann. Dies nennt man Alpenglühen.